Archiv

Artikel Tagged ‘Conti’

Continental hält an Ziele für 2008 fest

28. August 2008 Keine Kommentare

Der künftig von Schaeffler kontrollierte Autozulieferer Continental hält an seinen Geschäftzielen für 2008 fest. „Derzeit habe ich keinen Grund, von unserer Zielsetzung abzuweichen, obwohl es eine etwas größere Herausforderung darstellt, diese zu erreichen“, sagte Finanzvorstand Alan Hippe.

Seiner Einschätzung nach sind die Marktbedingungen seit Ende des zweiten Quartals schwieriger geworden. „Das ist Tatsache. Außerdem waren unsere Ergebnisse im Juli etwas schwächer. Nun müssen wir auf die Zahlen für August schauen“, sagte der Manager am Mittwoch in einer Analystenkonferenz.

Continental, die erst vergangene Woche den Abwehrkampf gegen eine Übernahme durch den Wälzlagerhersteller Schaeffler beendet haben, rechnet für 2008 mit einem Umsatz von mehr als 26,4 Milliarden Euro. Zudem solle die Umsatzrendite vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Integrationskosten den Vorjahreswert von 9,3 Prozent übertreffen.

„Die Märkte gehen nach unten. Auch in Europa spüren wir eine gewisse Schwäche. Daran gibt es keine Zweifel.“, sagte Hippe. Vor allem in den USA, aber auch zunehmend in Europa, lässt die Nachfrage nach Autos angesichts hoher Spritpreise und einer wirtschaftlichen Abkühlung derzeit nach. Dies bekommen auch die Autozulieferer zu spüren.

Hippe zeigte sich zuversichtlich, dass Schaeffler sich an die vertraglich vereinbarten Bedingungen hält und den Anteil an Continental in den nächsten vier Jahren nicht über 49,9 Prozent aufstockt. „Wir haben wirklich alles getan, um sicher zu gehen, dass sie bei 49,9 Prozent bleiben“, sagte Hippe.

Die Schaeffler-Gruppe hat mehr als 40 Prozent der Conti-Aktien sicher. Auf ihr offizielles Angebot bekam sie rund acht Prozent, der Rest ist über vorhandene Aktien und Optionen gesichert. Eine Mehrheitsübernahme stehe dennoch nicht zur Debatte, sagte Conti-Finanzvorstand Alan Hippe gestern. Darin seien sich beide Unternehmen einig. Sie haben vereinbart, dass Schaeffler bis 2012 unter der Marke von fünfzig Prozent bleibt.

KategorienReifen Continental Tags:

Continental schließt weitreichende Investorenvereinbarung mit Schaeffler

21. August 2008 Keine Kommentare

Die Continental AG hat eine weitreichende Inves­torenvereinbarung mit der Schaeffler KG sowie Frau Maria-Elisabeth Schaeffler und Herrn Georg F.W. Schaeffler abgeschlossen. Damit wird die Auseinandersetzung um das Übernahmeangebot des fränkischen Familienunternehmens beigelegt. Als Garant für die Wahrung der Interessen aller Stakeholder der Continental wurde Herr Bundeskanzler a.D. Dr. Gerhard Schröder gewonnen.

Nach der harten Arbeit der vergangenen Wochen hat Continental ein akzeptables Gesamtpaket erreicht. Es enthält mit dem verbesserten Angebotspreis und dem zugesagten Nachteilsausgleich eine spürbar höhere Gegenleistung. Die Vereinbarung schafft außerdem Klarheit über zukünftige Verhältnisse: Die Continental bleibt für ihre Kunden ein langfristig hervorragend aufgestellter Partner. Die Continental- Mitarbeiter behalten ihre verlässliche Ori­entierung innerhalb des in den vergangenen Jahren entwickelten klaren Zukunftskonzepts.

In der unbefristeten Vereinbarung, die frühestens im Frühjahr 2014 gekündigt werden kann, wurden umfangreiche Regelungen zum Schutz der Interessen der Continental AG sowie ihrer Aktionäre, Mitarbeiter und Kunden getroffen. Die Schaeffler KG verpflichtet sich, den Angebotspreis von 70,12 Euro auf 75,00 Euro je Continental-Aktie zu erhöhen. Dies entspricht einem zusätzlichen Betrag von rund 800 Mio Euro für die Aktionäre bzw. einer Prämie von 39 Prozent gegenüber dem Aktienkurs der Continental AG unmittelbar vor Bekanntwerden der Übernahmeabsicht, 20 Prozent gegenüber dem Monats-Durchschnittskurs und 8 Prozent gegenüber dem 3-Monats-Durchschnittskurs vor Bekanntwerden der Übernahmeabsicht.

Die Aktionäre haben voraussichtlich bis zum 16. September 2008 Gelegenheit, über die Annahme des verbesserten Angebots zu entscheiden.

Darüber hinaus sagt Schaeffler verbindlich zu, das Engagement bei der Continental AG innerhalb der nächsten vier Jahre auf eine Minderheitsbeteiligung von bis zu 49,99 Prozent zu beschränken. Schaeffler wird die bisherige Strategie und Geschäftspolitik des Vorstands unter Beibehaltung des bisherigen Markt- und Markenauftritts unterstützen und keine Verkäufe oder sonstige wesentliche Strukturmaßnahmen verlangen.

Weiterer wesentlicher Punkt der Vereinbarung zum Schutz der Interessen der Continental AG ist die Verpflichtung von Schaeffler, etwaige negative Effekte im Falle eines so genannten Change of Control im Zusammenhang mit bestehenden Finanzierungsverträgen der Continental AG sowie die aus der Schaeffler-Beteiligung resultierenden steuerlichen Nachteile bis zu einer Höhe von insgesamt 522 Mio Euro auszugleichen.

Die Schaeffler KG hat außerdem die Verpflichtung übernommen, bei einer etwaigen Weiterveräußerung von Aktienpaketen ihrer Minderheitsbeteiligung innerhalb der nächsten vier Jahre einem gegebenenfalls von dem Garanten benannten Käufer den Vorzug zu geben, wenn dies im wohlverstandenen Interesse der Continental AG und der Schaeffler KG steht. Gegen den Willen der Continental wird es auch keine Veränderungen in Bezug auf die Un­ternehmensform, den Sitz, die Konzernzentrale und die Geschäftsbereiche, die Börsennotierung oder eine Änderung der Dividendenpolitik oder eine Erhöhung des Verschuldungsgrades geben.

Zum Schutz der Interessen der Arbeitnehmer wird die Schaeffler KG ohne Zustimmung des Vorstands keinerlei Maßnahmen treffen oder unterstützen, die auf eine Änderung von Betriebsvereinbarungen oder tarifvertraglichen Vereinbarungen oder auf eine Abschaffung der paritätischen Mitbestimmung abzielen. Schaeffler verpflichtet sich weiter, die nach anwendbaren Rechtsvorschriften, Vereinbarungen, Regelungen und Verträgen bei Continental bestehenden Rechte der Mitarbeiter, Betriebsräte und Gewerkschaften zu respektieren.

Unverzüglich nach Vollzug des Übernahmeangebots werden die beiden Vertragspartner beginnen, gemeinsam Möglichkeiten strategischer Kooperationsprojekte zwischen der Schaeffler Gruppe und dem Continental-Konzern insbesondere im Bereich Powertrain nach dem Grundsatz eines gleichberechtigten Miteinanders zweier leistungsfähiger und unabhängiger Unternehmensgruppen zu prüfen.

Herr Bundeskanzler a.D. Dr. Gerhard Schröder als Garant ist zur Wahrung der Interessen von Continental, ihrer Aktionäre, Arbeitnehmer und sonstigen Stakeholder berechtigt und ermächtigt, die Erfüllung der Verpflichtungen von Schaeffler jederzeit gerichtlich und außergerichtlich geltend zu machen. In diesem Zusammenhang kann er von Schaeffler Auskunft über den Stand der Erfüllung ihrer Verpflichtungen aus der Investorenvereinbarung verlangen.

Nach der von beiden Seiten entschlossen geführten Auseinandersetzung erwartet Continental auf Grundlage der gemeinsam intensiv erarbeiteten Investorenvereinbarung in Zukunft eine reibungslose Zusammenarbeit mit der Schaeffler Gruppe. Das gemeinsame Interesse liegt darin, den Wert der Continental nachhaltig und langfristig zu steigern, das Unternehmen mit aller Energie weiter zu entwickeln sowie die Innovationskraft beständig zu stärken – im Interesse aller Stakeholder der Continental.

Vorstand und Aufsichtsrat der Continental AG werden nach der Aktualisierung der Angebotsunterlage durch Schaeffler im Rahmen einer ergänzenden Stellungnahme nach § 27 WpÜG zu den Änderungen Stellung nehmen.