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Sicherheitselektronik sorgt dafür, dass die Fahrt nicht neben der Straße endet

8. September 2008 Keine Kommentare

Auch der beste Autofahrer kann ins Schleudern kommen. Ganz gleich, ob die Kurve auf der Landstraße doch enger war als angenommen, plötzlich ein Kind hinter seinem Ball auf die Straße rennt oder das Tempo für die noch feuchte Autobahnausfahrt eine Spur zu hoch war. Gut, wer in einer solchen Situation nicht allein auf sein fahrerisches Können angewiesen ist – sondern Unterstützung erhält von einem elektronischen Helfer, der das Ausbrechen des Fahrzeugs verhindert und es gar nicht erst dazu kommen lässt, dass aus einem kleinen Fehler ein tragischer Unfall mit schlimmen Folgen wird.

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ESP®, Elektronisches Stabilitätsprogramm, nennt sich diese Technologie, die wesentlich dazu beiträgt, die Zahl der Unfälle und Toten auf unseren Straßen drastisch zu reduzieren. In den USA, so ergab eine Studie des Insurance Institute for Highway Safety, könnten in jedem Jahr mehr als 10.000 Menschenleben gerettet werden, wären alle Fahrzeuge mit ESP® ausgerüstet. Die Zahl der Unfälle, vor allem von Alleinunfällen, würde zum Teil um mehr als die Hälfte sinken. In den USA gehört ESP® deshalb ab September 2011 zur vorgeschriebenen Serienausstattung von neuen Fahrzeugen; ein Schritt, den die Gesetzgeber in Europa noch nicht gegangen sind.

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Die ESP® Technik erfasst mit ihren Sensoren eine Vielzahl von Daten, etwa Geschwindigkeit, Lenkbewegungen, Quer- und Längsbeschleunigung des Autos und das so genannte Gieren, das sind Drehbewegungen um die Hochachse. Erkennt ESP®, dass das Auto sich in eine andere Richtung bewegt, als der Fahrer das mit seiner Lenkradbewegung vorgibt, greift ESP® ein. So verhindert ESP®, dass das Auto über die Vorderräder aus der Kurve rutscht – der Fachmann spricht von Untersteuern. Oder, noch weniger zu beherrschen: Dass das Fahrzeugheck ausbricht, das berüchtigte Übersteuern. Die Motorleistung wird zurückgenommen und reicht dies nicht aus um das Auto zu stabilisieren, kann die Technik die Räder einzeln abbremsen. ESP® ist also im Grunde ein Bremssystem welches vier Bremspedalen einzeln oder auch gemeinsam betätigt. Das könnte nicht einmal der beste Autofahrer.

Besonders Autos mit hohem Schwerpunkt profitieren von dieser Technik, also die gerade so beliebten SUVs oder typische Familienfahrzeuge wie Vans, hier beugt ESP® das Überrollen vor. Zudem verhindert ESP® Folgeunfälle, weil viele Autofahrer, vor allem wenn sie noch unerfahren sind, nach an sich harmlosen Fahrfehlern überreagieren und durch unkontrollierte Lenkmanöver erst wirklich gefährliche Situationen heraufbeschwören.

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Antiblockiersystem (ABS): Auch beim Bremsen sicher in der Spur bleiben
Ein überraschender Stau hinter einer Kurve, ein Fußgänger, der zwischen zwei geparkten Autos auf die Straße tritt: Hier hilft es nur noch, mit aller Kraft auf die Bremse zu treten. Mögliche Folgen, wenn eines oder mehrere Räder blockieren, vor allem dann, wenn die Straße auch noch unterschiedlich griffig ist, weil sie zum Beispiel teilweise verschmutzt ist: Blockierte Räder übertragen weniger Bremskraft auf die Straße (Gleitreibung statt Haftreibung) und verlieren ihre Seitenführungskräfte. Das Auto unterbremst, bricht aus, ist nicht mehr lenkfähig und rutscht unkontrollierbar auf das Hindernis zu oder gerät ins Schleudern.

Diese Aufgabe übernimmt in modernen Autos, als Teil von ESP®, das Antiblockiersystem ABS – allerdings weit besser als jeder Fahrer. Denn ABS verhindert nicht nur das Blockieren der Räder, sondern hält jedes Rad kontinuierlich im so genannten Bereich des optimalen Schlupfes. Hierzu erfasst das ABS mittels Sensoren die Rotationsgeschwindigkeit eines jeden Rades und wertet diese Informationen in einer Elektronikeinheit aus. Erkennt die Elektronik aus den Sensorsignalen, dass eines der Räder zu blockieren droht, werden elektrohydraulische Ventile in der Hydraulik kurzzeitig geöffnet, die den Druck an dieser Radbremse angepasst vermindern. Das Rad wird aus dem blockierten in den wieder drehenden Zustand, bei optimaler Längs- und Seitenführungskraft, zurück gebracht. Dann wird wieder Bremsdruck aufgebaut. Diese Bremsdruckregelung, die Modulation, geschieht viele Male in der Sekunde und gibt dem Fahrer eine haptische Rückmeldung, von der man sich nicht irritieren lassen sollte. ABS kann eines, zwei, drei oder alle vier Räder gleichzeitig und individuell ansteuern.

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Berganfahrhilfe : Kein Stress beim Anfahren am Berg
Anfahren am Berg: Viele Autofahrer denken mit leichtem Grausen an diese Lektion im Fahrunterricht. Und auch im Verkehrsalltag ist es nicht immer ein Vergnügen, im Parkhaus an der Rampe zu stehen, unter Verrenkungen das Parkticket aus dem Automaten zu ziehen und dann so schnell wie möglich zu starten, weil die Schlange vor dem Parkhaus im Wochenendtrubel immer länger wird. Das Spiel mit Handbremse und Kupplung verlangt einiges an Übung, will man den Motor nicht abwürgen und ungeduldiges Hupen provozieren. Der Hill Start Assist (HSA, Berganfahrhilfe) greift auf die Sensoren von ABS und ESP® zu und macht so aus den beiden Sicherheits-Assistenten ein Komfort-Feature – wobei auch HSA nicht nur ein Komfortmerkmal ist, sondern sichtlich zum entspannteren und damit auch sichereren Fahren beiträgt. Mit den Sensoren ist es möglich, die Bewegung des Fahrzeugs zu überwachen. Stoppt der Fahrer an einem Berg, so hält die Elektronik die Bremsen weiterhin für einige Sekunden geschlossen, das Fahrzeug bleibt stehen, ohne zurückzurollen. Erst wenn der Fahrer Gas gibt und die Kupplung kommen lässt, löst die Elektronik auch die Bremse und das Auto setzt sich in Bewegung – es rollte beim Anfahren nicht zurück, und erst recht wird der Motor nicht abgewürgt.

Elektrische Parkbremse: Beim Parken ist das Auto automatisch gesichert
An einer leichten Schräglage geparkt und vergessen, die Handbremse anzuziehen? Darüber muss man sich keine Gedanken mehr machen, wenn das Auto mit der Elektrischen Park-Bremse ausgerüstet ist. Über einen Elektromotor werden die Bremsbeläge an die Bremsscheibe gepresst, schaltet der Autofahrer nach dem Parken die Zündung aus, greift ein Blockiermechanismus, der das Fahrzeug sichert, ohne Strom zu verbrauchen. Will der Fahrer die Parkbremse von Hand aktivieren oder lösen, reicht ein einfacher Knopfdruck – der altbekannte Handbremshebel ist überflüssig, damit gewinnen die Fahrzeugentwickler auf der Mittelkonsole Platz für Ablagen oder Bedienelemente, die ergonomisch günstig liegen und vom Fahrer leicht zu erreichen sind.